Oder-Neiße grenzenlos

Alle BeitrÀge

Das Cover ist fertig

Mein Buch zu meiner journalistischen Reise mit dem Fahrrad an der deutsch-polnischen Grenze in diesem Sommer ist in Arbeit. Der Verlag Andreas Reiffer hat den

Weiterlesen »

Ein Ort zum Geschichten Sammeln

Monika Szymanik sammelt Geschichten. „Und es kommen immer mehr Geschichten auf mich zu“, so die 47-JĂ€hrige in ihrem kleinen CafĂ© in der Stettiner Altstadt. „Zuerst habe ich mich nur in den Fußboden verliebt und hĂ€tte mir nie trĂ€umen lassen, welche SchĂ€tze hier verborgen sind. Und jetzt ist dieser Ort mein Leben, in dem ich alles verbinden kann, was mir wichtig ist: BĂŒcher, Kaffee, Begegnungen mit Menschen und deren Geschichten.

Weiterlesen »

Spitzenforschung in Görlitz

In Görlitz am Untermarkt sitzen Wissenschaftler*innen aus aller Welt zusammen und arbeiten interdisziplinĂ€r an aktuellen globalen Herausforderungen. „Wir arbeiten mit Datenbanken und haben Zugriff auf die schnellsten Supercomputer der Welt, aber wir sind kein reines IT-Institut“, stellt Dr. Michael Bussmann, GrĂŒndungsbeauftrager des Casus in Görlitz klar. CASUS steht fĂŒr Center for Advanced Systems Understanding. Das Zentrum fĂŒr datenintensive Systemforschung wurde nach einer Projektphase 2022 als polnisch-deutsches Forschungszentrum in Görlitz gegrĂŒndet. Gearbeitet wird an Fragen aus Physik, Biologie, Medizin, Krebsforschung, Management von Pandemien oder Klimawandel.

Weiterlesen »

Gendern ist Wirtschaftsförderung

Die sĂ€chsische Kleinstadt Weißwasser in der Lausitz hat der Strukturwandel in den letzten 30 Jahren hart getroffen. Mehr als die HĂ€lfte der Einwohner*innen haben die Stadt, die einst fĂŒr Glasindustrie bekannt war, nach der Wende verlassen. Noch ist der BevölkerungsrĂŒckgang nicht gestoppt und der Strukturwandel nicht beendet. Wenige Kilometer vom Zentrum der Kleinstadt liegen der Tagebau Nochten und das Kraftwerk Boxberg. Da das Kraftwerk zu den neueren gehört, soll es nach derzeitigen PlĂ€nen noch bis 2038 betrieben und die Kohle dafĂŒr abgebaggert werden.

Weiterlesen »

Vom geteilten Park zum gemeinsamen Erbe

Ewa Johna hat einen sehr besonderen Arbeitsplatz. Ihr BĂŒro befindet sich in der Orangerie des Muskauer Parks. Von ihrem Fenster blickt sie in die Weite des 830 Hektar großen Landschaftsparks im englischen Stil aus dem 19. Jahrhundert. Die Landschaftsarchitektin hat ihre Diplomarbeit ĂŒber den Park geschrieben und ist seit 2000 Koordinatorin fĂŒr deutsch-polnische Zusammenarbeit im Muskauer Park bzw. Park MuĆŒakowski, wie er sich auf Polnisch nennt.

Weiterlesen »

Von der Erntehelferin zur Chefin eines Beerenimperiums

WielotĂłw – ein kleines Dorf mit etwa 100 Einwohnern im lĂ€ndlichen Polen zwischen den beiden KleinstĂ€dten Guben/Gubin und Forst etwa zehn Kilometer östlich der Neiße. Hier hat Dorota Schewior mit viel Mut, Ausdauer und Fleiß ihren Traum verwirklicht: einen Spargel-Himbeerhof. Er hat sich zu einem Ausflugsziel fĂŒr Menschen aus dem Umkreis von 50 Kilometern und mehr entwickelt. „In den ersten Jahren kamen ĂŒberwiegend Rentner aus Deutschland und heute kommen viele Familien mit Kindern aus Polen und Deutschland, um hier ein paar schöne Stunden zu verbringen“, so die Chefin des Betriebes.

Weiterlesen »

Als Vertriebene in einem Haus der Deutschen

Lidia Fiedorowicz ist sofort bereit, ihre Lebensgeschichte zu erzĂ€hlen. Die 90-JĂ€hrige kommt mit einer Gehhilfe aus der KĂŒche in das Esszimmer ihres Gubiner Vorkriegshauses und setzt sich an den Tisch mit grĂŒner Tischdecke. Keine EinfĂŒhrung, keine Fragen, sie fĂ€ngt sofort an: „Geboren bin ich am 5. Mai 1933 in Krasne. Ich fĂŒhle mich sehr alt, zu alt, um mir noch neue ZĂ€hne machen zu lassen. Aber im Kopf fĂŒhle ich mich nicht alt.“ Lidia erzĂ€hlt lebendig und ausfĂŒhrlich. Anita Carewicz, die dolmetscht, versucht immer wieder zu unterbrechen, um zu Übersetzen. „Ich bin Polin“, stellt Lidia sofort klar.“ Ihr Geburtsort liegt im SĂŒdwesten der heutigen Ukraine, etwa 70 Kilometer westlich von Lemberg in dem historischen Gebiet Podolien. Bis 1939 war das Gebiet polnisch. Sie erzĂ€hlt von ihrem Elternhaus als ein Steinhaus in dem Dorf mit etwa 2000 Einwohnern. „Wir hatten sechs jĂŒdische und drei polnische GeschĂ€fte, die vor allem Lebensmittel und Haushaltschemikalien verkauften.“

Weiterlesen »

Mit Leidenschaft fĂŒr die Oder als gemeinsamer Grenzfluss

Sahra Damus ist Mitglied des Landtages Brandenburg und der Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt (Oder) fĂŒr BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen. Sie ist gerade mitten in ihrer Sommertour unter dem Motto ‚Hallo Nachbar*in – Unterwegs zur Nachbarsprache Polnisch und unserem gemeinsamen Grenzfluss Oder.‘ „Eins meiner Herzensthemen und mein aktuelles Hauptthema ist die Oder. Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht mit oder an der Oder beschĂ€ftigte.“

Weiterlesen »

BrĂŒcke als Stadtmittelpunkt, nicht als Grenze?

„Frankfurt (Oder) SƂubice – Ohne Grenzen – Bez granic“, so heißt es in dem Logo, auf das sich die Doppelstadt bereits vor ĂŒber zehn Jahren geeinigt hat. Dieses Motto mit Leben zu erfĂŒllen und schrittweise umzusetzen, hat sich Sören Bollmann, Leiter des stĂ€dtischen Frankfurt-SƂubicer Kooperationszentrums, zur Aufgabe gemacht. Eine Lebensaufgabe.

Weiterlesen »

Trockenrasen oberhalb der Oder

Ewa Drewniak hat einen Master in Umweltschutz von der UniversitĂ€t in Stettin und ist in mehreren Naturschutzorganisation in Polen aktiv. Ihre Berufung hat sie aber in dem kleinen Ort Owczary oberhalb der Oder zwischen Kosztrzyn nad Odrą und SƂubice. Das Besondere an diesem sonst unscheinbaren Ort mit einer Durchgangsstraße sind die etwa 30 Hektar Trockenrasen ĂŒber dem Flusstal. Es gehört zu den grĂ¶ĂŸten und wichtigsten Trockenrasengebieten in Polen.

Weiterlesen »

Zwischen Warthe und Oder

Izabella und Jacek Engel wohnen in der NĂ€he von SƂoƄsk (Sonnenburg) direkt am Nationalpark WarthemĂŒndung (Ujƛcie Warty). Er wurde 2001 gegrĂŒndet und ist somit der jĂŒngste Nationalpark Polens. Die beiden Forstwissenschaftler kamen 1982 von Warschau an die Warthe, die bei Kostrzyn (KĂŒstrin), etwa 100 Kilometer östlich von Berlin, in Form eines Binnendeltas in die Oder fließt. Seitdem steht die Natur des MĂŒndungsgebietes im Mittelpunkt ihres Lebens – beruflich, privat und ehrenamtlich.

Weiterlesen »

Geschichte einer untergegangenen Stadt

Von der KĂŒstriner Altstadt ist nichts ĂŒbriggeblieben. Fast nichts. Die barocke Altstadt mit Marktplatz, Kirchen, Renaissanceschloss, engen Gassen mit WohnhĂ€usern liegt oder lag innerhalb einer Festung auf einer Landzunge zwischen der MĂŒndung der Warthe in die Oder. Die Reichsstraße 1 fĂŒhrte durch diese Stadt. Heute kann man durch die Altstadt ĂŒber alte Kopfsteinpflaster spazieren. An manchen Stellen sind die Bordsteine zum FußgĂ€ngerweg und die Gullydeckel noch erhalten. Auch einige Treppenstufen zu den HauseingĂ€ngen und Fundamente der GebĂ€ude sind zu erkennen. Von Schloss und Kirche ist jeweils nur ein kleiner Steinhaufen ĂŒbrig. Im Kampf um KĂŒstrin gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Stadt zu 90 Prozent zerstört. Tausende Menschen sind gestorben.

Weiterlesen »

Zwischen Bienen und den Weltmeeren

Vor dem hĂŒbschen Haus in dem kleinen Dorf Gozdowcie im Odertal stehen auf einem kleinen Tisch GlĂ€ser mit verschiedenen Honigsorten – aus verschiedenen BlĂŒten, cremig, flĂŒssig, aber auch in verschiedenen Farben. Es handelt sich um Honig, der mit Johannisbeeren oder Himbeeren angereichert ist. Bienen und Honig haben in der Familie Atroszko eine lange Tradition. Heute fĂŒhren Jacek und seine Frau Marta den Betrieb in der dritten Generation weiter.

Weiterlesen »

Waschen ohne Grenzen

BettwĂ€sche, HandtĂŒcher, BademĂ€ntel, TischwĂ€sche und Dienstkleidung pendeln stĂŒndlich von Berlin in den kleinen Ort Nowe Czarnowo sĂŒdlich von Gryfino und zurĂŒck. Die WĂ€sche wird zwischen der GroßwĂ€scherei Fliegel und den Vier- und FĂŒnfsternehotels in Berlin hin- und hertransportiert. Die WĂ€scherei entstand direkt neben dem Kraftwerk Dolna Odra. Durch das KĂŒhlen der Turbinen entsteht Dampf und dieser Abfallprodukt wird als Energiequelle fĂŒr die WĂ€scherei wiederverwendet.

Weiterlesen »

Eventmanager mit WildkrĂ€uterkĂŒche

Heute sitzen Jolanta Grenke und Edward Orlowski zufrieden vor einer riesigen BĂŒcherwand auf dem Sofa in ihrem Gutshaus in Ramin wĂ€hrend nebenan 18 Kinder und Jugendliche aus Polen, Deutschland und der Ukraine Stop-Motion-Filme erarbeiten. Die 9- bis 15-JĂ€hrigen nehmen an einem Feriencamp zum Thema ‚Ich zeige Dir mein Zuhause‘ teil. „Wir sind nur Gastgeber und sorgen fĂŒr den Rahmen“, erklĂ€rt Grenke „Man könnte auch sagen, wir sind Eventmanager in unserem eigenen Haus. Der Weg dahin war lang und nicht immer einfach.“

Weiterlesen »

Jugend-Klimastreik in Stettin

MƂodzieĆŒowy Strajk Klimatyczny, auf Deutsch „Jugend-Klimastreik“ ist die polnische Fridays for Future Bewegung. Die Stettiner Gruppe bildete sich Anfang 2019 kurz vor dem ersten globalen Klimastreik im MĂ€rz 2019. Jetzt bereiten sie den nĂ€chsten globalen Klimastreik im September und Veranstaltungen zur Parlamentswahl in Polen im Oktober vor. Piotrek (19), Laura (17), Hanna (17) und Martin (21) geben einen Einblick in ihr Engagement und ihre Ziele.

Weiterlesen »

Menschen mit GrenzidentitÀt

Dana Jesswein will sich nicht entscheiden mĂŒssen, ob sie Deutsch oder Polnisch ist. „Stettin ist meine Heimatstadt, jetzt wohne ich in Mecklenburg-Vorpommern und arbeite in Brandenburg.“ Die 42-jĂ€hrige Kulturmanagerin will nicht in Nationalstaaten denken. Sie spricht von GrenzidentitĂ€t. „Die Grenzregion mit dem gemeinsamen Kulturraum zwischen Stettin und Berlin ist mein zu Hause. Und ich interessiere mich fĂŒr die Welt, Kultur und das, was Menschen bewegt.“

Weiterlesen »

Wisente und Alleen in Pommern

UmweltschutzverbĂ€nde haben es derzeit nicht leicht in Polen. Jakub Skorupski ist seit 2019 Vorsitzender der Umweltschutzorganisation „Verband der GrĂŒnen – GAJA“ mit Sitz in Stettin. Der Verein wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Waren es zu Spitzenzeiten 15 Mitarbeitende, so sind heute noch vier in dem mittlerweile viel zu großem BĂŒro in einem Stettiner Hinterhof. UnterstĂŒtzung vom polnischen Staat gibt es so gut wie gar nicht mehr. „Aber wir schaffen es, zu ĂŒberleben“, versucht Jakub Optimismus zu verbreiten.

Weiterlesen »

Grenze am Ostseestrand

923 GrenzsĂ€ulen markieren zwischen dem DreilĂ€ndereck bei Zittau und dem Ostseestrand von Usedom den Verlauf der Deutsch-Polnischen Grenze. Sie ist rund 460 km lang und verlĂ€uft ĂŒberwiegend entlang der FlĂŒsse Oder und Lausitzer Neiße. Die Grenze berĂŒhrt die LĂ€nder Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Woiwodschaften Niederschlesien (Dolny ƚląsk), Lebus (Lubuskie) und Westpommern (Zachodniopomorskie). In der nĂ€chsten Woche geht es mit dem Fahrrad von Stettin wieder Richtung SĂŒden nach Zittau, diesmal weitgehend auf polnischer Seite. In ein paar Tagen gibt es auf diesem Blog neue Geschichten von der Deutsch-Polnischen Grenze.

Weiterlesen »

Mit dem Kutter zwischen Polen und Deutschland

Mehrmals tĂ€glich pendelt Kutter LĂŒtt Matten grenzenlos von Deutschland nach Polen und zurĂŒck. Der fast 70 Jahre alte Krabbenkutter fĂ€hrt als FĂ€hrschiff zwischen Altwarp in Deutschland und Nowe Warpno in Polen hin und her. Die Strecke betrĂ€gt etwa 1500 Meter und dauert gut zehn Minuten. Eine Touristenattraktion im SĂŒden des Stettiner Haffs, wo es sonst außer Wasser, Wald und Natur nicht viel mehr gibt.

Weiterlesen »

Radeln auf historischer Bahntrasse

Wo bis 1945 eine Kleinbahn GĂŒter wie Kartoffeln, Getreide, RĂŒben, Obst, GemĂŒse oder Holz Richtung Stettin transportierte, sollen bald Fahrradfahrer auf der historischen Bahntrasse grenzenlos unterwegs sein können. BĂŒrgermeister und Regionalmanager Mirko Ehmke hat sich fĂŒr diesen grenzĂŒberschreitenden Fahrradweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Casekow in der Uckermark bis an die Stadtgrenze von Stettin stark gemacht. In einem neugebauten BacksteinhĂ€uschen, das Radfahrern als Rastplatz dienen soll, breitet er die PlĂ€ne aus und erklĂ€rt:
. „Damit wird unsere Region an das gut ausgebaute Fahrradnetz rund um Stettin angeschlossen.“

Weiterlesen »

Als Grenzer im Westen und im Osten

Siegfried Kapp hat 26 Jahre bei den Grenztruppen der DDR gedient – von 1964 bis 1982 bei den Grenztruppen West an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und von 1982 bis 1990 bei den Grenztruppen Ost an der Grenze der DDR zu Polen. „An der Westgrenze gab es Grenzsicherung, hier im Osten GrenzĂŒberwachung“, erklĂ€rt der 79-JĂ€hrige im Deutsch-Polnischen Grenzmuseum im Schloss Penkun in Mecklenburg-Vorpommern.

Weiterlesen »
Border Studies ist eine eher junge Wissenschaft. Das multidisziplinÀre Forschungsgebiet befasst sich mit den sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten von Grenzen und Grenzregionen. Florian Weber und Georg Wenzelburger sind Professoren an der UniversitÀt des Saarlandes und forschen zu Grenzen und Grenzregionen unter anderem an der deutsch-französischen und an der deutsch-polnischen Grenze.

GrenzrÀume im Vergleich

Border Studies ist eine eher junge Wissenschaft. Das multidisziplinÀre Forschungsgebiet befasst sich mit den sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten von Grenzen und Grenzregionen. Florian Weber (links) und Georg Wenzelburger sind Professoren an der UniversitÀt des Saarlandes und forschen zu Grenzen und Grenzregionen unter anderem an der deutsch-französischen und an der deutsch-polnischen Grenze.

Weiterlesen »

Die Schlossherrin und die WundertĂŒte

Birgit Glowik ist fast eine Schlossherrin. Seit ĂŒber 15 Jahren kĂŒmmert sie sich um Schloss Penkun, ein Pommerscher Landsitz umgeben von Seen in einer malerischen Landschaft – tagtĂ€glich und das ehrenamtlich. In dem Schloss, das der Stadt Penkun gehört, befindet sich ĂŒber drei Etagen in 44 Zimmern ein Museum. „Lassen Sie sich ĂŒberraschen“, sagt die Schlossherrin und Museumsleiterin bevor sie ihre Besucher auf den Rundgang schickt. „Es ist wie eine WundertĂŒte.“

Weiterlesen »

Auf Spurensuche im Tal der Liebe

Aus einer Liebesgeschichte wurde das ‚Tal der Liebe‘. Anna von Humbert empfing 1850 ihren Mann, der als Politiker lĂ€nger abwesend war, in dem von ihr gestalteten Landschaftspark mit dem Transparent: „Herzlich willkommen im Tal, das die Liebe geschaffen hat“. Anna und ihre Nachfahren erweiterten den Landschaftspark an den OderhĂ€ngen auf polnischer Seite gegenĂŒber von Schwedt kontinuierlich. Das ‘Tal der Liebe’ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zum beliebten Ausflugsziel fĂŒr Touristen aus Stettin, Berlin und Schwedt.

Weiterlesen »

Schwedt kann Wandel

Schwedt hat sich fĂŒr ein großes Sommer-Musikfestival rausgeputzt. Überall sind BĂŒhnen aufgebaut. Von der historischen Innenstadt ist nach 1945 nicht viel ĂŒbriggeblieben. Moderne Wohnanlagen mit bunt bepflanzten Balkons stehen neben wiederaufgebauten Kirchen aus Backsteinen. Riesige FassadengemĂ€lde bringen Farbe in die Stadt und sorgen fĂŒr manche Illusion. Schwedt nennt sich Nationalparkstadt. Dieser beginnt direkt an der Stadtgrenze und erstreckt sich ĂŒber 60 Kilometer entlang der Oder. Es sieht nicht danach aus, dass hier die Lichter ausgehen. „Schwedt: Platz fĂŒr morgen.“ Damit wirbt die Stadt.

Weiterlesen »

Liederlauschen im Oderbruch

Es ist heiß im Oderbruch. WĂ€hrend die Besucher und Besucherinnen des Festivals „Liederlauschen am Rand“ im Schatten abhĂ€ngen, sind Christian Eckert und Lea Dittbrenner unentwegt auf dem Festival-GelĂ€nde unterwegs – zwischen BĂŒhne und Backstage, zwischen KĂŒnstler*innen aus Polen und Deutschland, zwischen GĂ€sten, Familie und Freunden, mit Handy und im GesprĂ€ch. Sie organisieren, koordinieren, wirken dabei entspannt und scheinen „Ihr“ Festival auch gleichzeitig zu genießen.

Weiterlesen »

Lust auf Polnisch?

Sebastian Borchers tourt mit dem PolenMobil quer durch Deutschland, um bei Kindern und Jugendlichen Interesse und Neugier fĂŒr Polen zu wecken. In Workshops, ĂŒberwiegend an Schulen, begeistert er fĂŒr die polnische Sprache und Kultur, vermittelt ganz nebenbei Landeskunde und polnische Geschichte, und diskutiert ĂŒber Politik oder das deutsch-polnische VerhĂ€ltnis. Das Polenmobil ist ein Projekt des Deutschen Polen-Institutes und der Stiftung fĂŒr Deutsch-Polnische Zusammenarbeit, das 2015 aus der Taufe gehoben wurde.

Weiterlesen »

Naturschutz als gesellschaftliches Engagement

Thomas Berg spricht Klartext. Als Pfarrer nicht nur auf der Kanzel, sondern auch im Naturschutz als Vorsitzender des Nationalparkvereins „Unteres Odertal“. Es ist der einzige Flussauennationalpark in Deutschland. Er ist etwa 60 Kilometer lang und zwei bis acht Kilometer breit und erstreckt sich entlang des Westufers der Oder in Richtung Stettin. Gemeinsam mit zwei Landschaftsschutzparks auf polnischer Seite bildet das Odertal ein riesiges grenzĂŒberschreitendes Schutzgebiet.

Weiterlesen »

Landwirtschaft im Einklang mit der Natur

Ludolf von Maltzan bewirtschaftet in Brodowin im BiosphĂ€renreservat Schorfheide-Chorin nord-östlich von Berlin auf 2300 Hektar den grĂ¶ĂŸten Demeter-Betrieb Deutschlands. Er könnte sich Großgrundbesitzer nennen. Doch das liegt ihm fern. Zu groß ist die Demut vor der Geschichte des Betriebes, der großen unternehmerischen Verantwortung, dem Respekt gegenĂŒber Mitarbeitenden, Tieren und Pflanzen. „Wir zeigen, dass Landwirtschaft und Naturschutz, Nahrungsmittelproduktion und Artenschutz zu vereinbaren sind.“

Weiterlesen »

Öko-Dorf sucht nach neuer Zukunft

Zu DDR-Zeiten sollte das Dorf Wulkow nördlich von Frankfurt (Oder) mit damals rund 150 Einwohnern „leergewohnt“ werden. Nach der Wende kam dank einer aktiven Dorfgemeinschaft mit Visionen der Aufschwung. Heute leben hier mehr als 200 Menschen – ĂŒber ein Viertel mehr als zu Wendezeiten. Jetzt sucht das Dorf nach einer neuen Zukunft.

Weiterlesen »

Bilinguale SchĂŒlertandems

Polnisch als Schulfach hat am Karl-Liebknecht-Gymnasium in Frankfurt (Oder) eine lange Tradition. „Seit 1958 wird polnisch als dritte Fremdsprache angeboten“, so Schulleiter Torsten Kleefeld. „Frankfurt ist durch die Grenzziehung nach dem zweiten Weltkrieg eine geteilte Stadt, so dass Polen und die polnische Sprache immer eine Rolle spielten.“ Heute lernen mindestens ein Drittel der etwa 850 SchĂŒler und SchĂŒlerinnen Polnisch auf verschiedenen Niveaustufen.

Weiterlesen »

„Die nĂ€chste Katastrophe ist nicht auszuschließen“

„Der Fischbestand in der Oder kann sich in einem Jahr nicht erholen“, so Dr. Christian Wolter von der Abteilung Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur am Leibniz-Institut fĂŒr GewĂ€sserökologie und Binnenfischerei (IGB) in einem Telefoninterview. Das IGB ist das bundesweit grĂ¶ĂŸte und eines der international fĂŒhrenden Forschungszentren fĂŒr BinnengewĂ€sser.

Weiterlesen »

Save Oder Die

Es ist Mitte Juli, es ist heiß und trocken. Einige GĂ€ste entspannen im Schatten, andere genießen frisch zubereitete Palatschinken mit frischen Erdbeeren, einige Kinder vertreiben sich die Zeit mit den Kaninchen, hier und da wird gewerkelt, die ersten Fahrradfahrer kommen erhitzt an, um ihr Zelt fĂŒr das Nachtquartier aufzubauen. Steffi Bartel koordiniert freundlich und gelassen alle WĂŒnsche. Gemeinsam mit ihrem Mann Norbert hat sie vor 19 Jahren den Naturerlebnishof in Kienitz im Oderbruch gegrĂŒndet. „Wir hatten öfters schwere Zeiten, aber nach dem Fischsterben im letzten Sommer kĂ€mpfen wir ums Überleben – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch um unsere Existenz an der Oder.

Weiterlesen »

Wenn Karpfen nach Luft schnappen

Andre Schneider ist Fischer an der Oder in der sechsten Generation. Der traditionelle Familienbetrieb liegt etwas weiter sĂŒdlich an der Oder. „Da der Betrieb fĂŒr zwei BrĂŒder mit Familien zu klein war, entschied mein Vater, einen eigenen, neuen Betrieb zu grĂŒnden.“ Andre war 17 Jahre alt, als die Familie nach KuhbrĂŒcke in der Gemeinde KĂŒstriner Vorland zog und einen neuen Betrieb aufbaute. Seitdem hat sich viel getan. „Wir sind kein traditioneller Fischereibetrieb mehr, sondern haben den Bereich Tourismus immer mehr ausgebaut.“

Weiterlesen »

Tourismus im „Schwarzen Dreieck“

Mark Keck-Szajbel lebt im östlichen Brandenburg „in the middle of nowhere, dort wo ich in Amerika auch gelebt habe“, lacht der 44-JĂ€hrige. „Ich komme aus Kansas in Amerika.“ Heute lehrt und forscht er als promovierter Historiker und Philologe an der Europa-UniversitĂ€t Viadrina in Frankfurt (Oder) und lebt damit mitten in seinem Forschungsgebiet: Das kulturelle Nachleben der sozialistischen Staaten in Osteuropa.

Weiterlesen »

SORRY

Die Skulptur aus etwa drei Meter hohen Betonelementen, die mit spitzen Glasscherben gespickt ist, erinnert an eine Grenzmauer. Von oben betrachtet bilden die Betonelemente das Wort „Sorry“. Constance KrĂŒger und RenĂ© Pachmann haben sich dafĂŒr stark gemacht, dass diese Skulptur der polnischen KĂŒnstlerin Joanna Rajkowska nach Frankfurt (Oder) in den öffentlichen Raum kommt. Jetzt steht sie von Juni bis Oktober an der Oderpromenade direkt neben der StadtbrĂŒcke, die Deutschland und Polen verbindet.

Weiterlesen »

„HĂŒtte“ hat Zukunft

Valentin Franze ist EisenhĂŒttenstĂ€dter aus Überzeugung. Er ist hier aufgewachsen, ist zum Studium weggegangen und das vielleicht Überraschendste: Er ist wiedergekommen. In der Stadt gilt er als RĂŒckkehrer. Vielleicht verbindet sich damit auch die Hoffnung, dass sich in Zukunft mehr junge Leute bewusst fĂŒr die Stadt entscheiden.

Weiterlesen »

Vision einer sozialistischen Stadt

EisenhĂŒttenstadt ist eine sozialistische Musterstadt, die am Reißbrett entwickelt wurde. Grund fĂŒr die neue Stadt mitten in einem mĂ€rkischen Kiefernwald in Brandenburg, war der Aufbau einer Schwerindustrie an der Oder. FĂŒr das neugegrĂŒndete Stahlwerk neben dem mittelalterlichen Ort FĂŒrstenberg brauchte man tausende von ArbeitskrĂ€ften und somit auch Wohnraum.

Weiterlesen »

Grenzregionen fĂŒr ein starkes Europa

CzesƂaw Fiedorowicz ist ĂŒberzeugt, dass wir starke Grenzregionen brauchen. „Von hier kommen wichtige Impulse fĂŒr das eigene Land, aber auch fĂŒr Europa. Nur wenn wir hier gut zusammenarbeiten, können wir es schaffen, dass in Polen und Deutschland irgendwann gleiche LebensverhĂ€ltnisse herrschen.“

Weiterlesen »

Ich mach mal kurz Pause


Von der Oder mit Fahrrad und Zug nach Berlin und von dort aus mit dem Zug nach Helmstedt. Meine erste Etappe ist damit beendet und Ihr mĂŒsst Euch ein paar Tage gedulden, bis ich wieder neue Texte von der Deutsch-Polnischen Grenze veröffentliche. In knapp zwei Wochen geht es von Frankfurt/Oder weiter Richtung Norden und Stettiner Haff. Es gibt schon viele Ideen und interessante Menschen, die ich wĂ€hrend der nĂ€chsten Etappe treffen werde.

Weiterlesen »

Wenn die Kohle Dörfer frisst

Das Archiv verschwundener Orte in Forst ist das Ergebnis des verlorenen Kampfes der ehemaligen Bewohner von Horno um ihr Dorf. 15 Jahre haben die Menschen um den Erhalt des Lausitzer Dorfes mit 320 Einwohnern gekĂ€mpft. Vergeblich. Horno musste 2004 den Kohlebaggern weichen. Das ehemalige Dorf ist 2005 in der Mondlandschaft des Braunkohletagesbaus JĂ€nschwalde verschwunden. Der Großteil der Menschen zog in den zwischen 2002 und 2004 neu aufgebauten Ort Neu-Horno, etwa fĂŒnfzehn Kilometer von dem alten Dorf entfernt.

Weiterlesen »

Polizeicampus ganz im Osten

Die Hochschule der SĂ€chsischen Polizei hat ihren Sitz in Rothenburg/Oberlausitz, der östlichsten Kleinstadt Deutschlands. Pressesprecher Thomas Knaup erlĂ€utert, dass es Anfang der 90er Jahre eine politische Entscheidung war, diese Hochschule direkt an der polnischen Grenze auf einem GelĂ€nde der ehemaligen LuftstreitkrĂ€fte der Nationalen Volksarmee zu etablieren. JĂ€hrlich kommen 225 Studierende fĂŒr das dreijĂ€hrige Bachelorprogramm nach Rothenburg/Oberlausitz – etwa ein Drittel davon Frauen.

Weiterlesen »

Sorbisches Brauchtum in der Lausitz

Manfred Nickel gehört zu der Volksgruppe der Sorben. Er lebt in Rohne, einem Ortsteil von Schleife im Landkreis Görlitz. Damit gehört er zu den Schleifer Sorben. SchĂ€tzungen gehen von etwa 60 000 Sorben aus, davon leben 40 000 in der Oberlausitz rund um Bautzen und 20 000 in der Niederlausitz rund um Cottbus. Die Gruppen unterscheiden sich durch Sprache, Trachten und Brauchtum. „Wir Schleifer Sorben sind zwar die kleinste Gruppe, aber auch wir haben unser eigenes Brauchtum und unsere eigene sorbische Sprache“, so der 80-JĂ€hrige.

Weiterlesen »

Kreativ und glĂŒcklich in der Pampa

Arielle Kohlschmidt und Jan Hufenbach sind „Raumpioniere“. Gelandet sind sie 2009 in Klein Priebus, ein Dorf mit aktuell 78 Einwohnern direkt am Neißeufer etwa 40 Kilometer nördlich von Görlitz. Jetzt beraten und vernetzen sie StĂ€dter, die aufs Land ziehen wollen. Raumpioniere sind fĂŒr Jan und Arielle Bahnbrecher und Wegbereiter. Sie sind Trendsetter gegen den Trend. Sie siedeln in Gebieten, denen andere den RĂŒcken kehren.

Weiterlesen »

Ein Leben fĂŒr ein Schloss

Manchmal braucht es einen langen und manchmal sogar einen sehr langen Atem. Jacek Jakubiec setzt sich seit fast 50 Jahren dafĂŒr ein, dass Schloss Schwarzbach (DwĂłr Czarne), ein Renaissanceschloss aus dem 16. Jahrhundert vor den Toren von Jelenia GĂłra, gerettet und saniert wird. Es wurde zur Lebensaufgabe des 80-JĂ€hrigen. Seine Vision fĂŒr das Schloss: Ein Zentrum fĂŒr Denkmalschutz und Denkmalpflege in der Euroregion Neiße. Die PlĂ€ne gibt es bereits, auch die Menschen, die das Projekt unterstĂŒtzen. Jetzt fehlt nur noch das Geld: Derzeit belaufen sich die SchĂ€tzungen auf 25 Millionen Euro fĂŒr die Sanierung und den Ausbau des Schlosses samt Gutskomplex.

Weiterlesen »

Ein Leben in Görlitz

Görlitz ist ihre Stadt. Erika Heine ist hier geboren und aufgewachsen und hat immer in dieser Stadt gelebt. „Ich kenne hier so viele Menschen. Wenn ich durch die Straßen gehe, bin ich nur am GrĂŒĂŸen.“ Und sie schwĂ€rmt weiter: „Die Parks, das viele GrĂŒn und der Fluss.“ Schon immer hat sie auch der Ostteil der Stadt, interessiert.

Weiterlesen »

Erinnern, Gedenken, Mahnen

Von dem ehemaligen deutschen Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A sĂŒdöstlich von Zgorzelec ist nicht mehr viel zu sehen. Baumaterial war nach dem Krieg knapp, so wurden die Baracken abgetragen. Die Natur hat alles ĂŒberwuchert. Es gibt nicht viel zu sehen, wenn man die angelegten Wege ĂŒber das ehemalige Stammlager (Stalag) geht. Aber die Texte des Audioguides und die Schautafeln mit den Biografien einzelner Gefangener lassen das unendliche Leid erahnen, das Menschen hier zugefĂŒhrt wurde. Die Natur hat vielleicht alles ĂŒberwuchert, aber die Narben und Verletzungen der ehemaligen Kriegsgefangenen, der Angehörigen und Nachkommen bleiben. Sie ĂŒberwuchern nicht, sie geraten höchstens in Vergessenheit.

Weiterlesen »

„Wir haben den Nazis das Bier weggekauft“

Dr. Michael Schlitt redet nicht gerne ĂŒber sich selbst. Er erzĂ€hlt begeistert von den engagierten Menschen und der starken Zivilgesellschaft in Ostritz, eine Kleinstadt in Sachsen zwischen Zittau und Görlitz. Der 65-JĂ€hrige leitet seit 27 Jahren die Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ) in den ehemaligen WirtschaftsgebĂ€uden der gleichnamigen barocken Klosteranlage direkt an der Neiße.

Weiterlesen »

Drei LĂ€nder – ein Film

Elf Jugendliche aus Polen, Tschechien und Deutschland arbeiten konzentriert an ihrem Film „Always Connected“. In wenigen Stunden ist Premiere und der Streifen wird im Rahmen des Neiße-Filmfestivals erstmals in der Öffentlichkeit auf der großen Leinwand gezeigt. Die NervositĂ€t steigt, die letzten Arbeiten mĂŒssen noch erledigt werden.

Weiterlesen »

Persönlicher Kulturbeutel statt nationaler IdentitÀt

Michaela HerlingovĂĄ bezeichnet sich als EuropĂ€erin. Sie wohnt im DreilĂ€ndereck Polen-Tschechien-Deutschland. Geboren und aufgewachsen ist sie in Nordböhmen nahe der Grenze zu Polen und Deutschland. Seit bald 20 Jahren lebt sie in Zittau. Ihr Mann stammt aus Chemnitz. „Ich denke nicht in Nationalstaaten“, so die 39-JĂ€hrige in einem GesprĂ€ch am DreilĂ€ndereck am Neißeufer.

Weiterlesen »
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner